Mrz 2006 

Allgemeine und spezielle Verhaltensmaßnahmen

In unmittelbarer Nähe des Bezirkes Mödling – in Wien und in Himberg, Bezirk Wien-Umgebung - sind verendete Wasservögel, die mit dem Vogelgrippe-Virus infiziert waren, aufgefunden worden. Damit ist die „Vogelgrippe“, wie die Tierseuche namens Geflügelpest umgangssprachlich genannt wird, nahe an den Bezirk Mödling heran gerückt.

„Bei der Vogelgrippe handelt es sich derzeit ausschließlich um ein veterinärmedizinisches Problem“, betont Bezirksfeuerwehrkommandant Oberbrandrat Franz Koternetz. „Die Bezirksverwaltungsbehörde und selbstverständlich auch die Feuerwehr sind auf die Situation, wie sie nun eingetreten ist, vorbereitet!“

Für Geflügelhalter – sowohl für landwirtschaftliche Betriebe, als auch für Kleinbetriebe und auch für Hobbyzüchter – gelten seit kurzem strenge Verordnungen, wie beispielsweise die Verpflichtung zur Stallhaltung der Tiere.

Anzeigepflicht von toten Wasservögeln

Laut Verordnung des Bundesministeriums für Gesundheit und Frauen vom 21.10.2005 ist jeder, der tote Wasservögel findet, verpflichtet, den Fund unter Angabe des Fundortes unverzüglich dem Amtstierarzt der Bezirksverwaltungsbehörde anzuzeigen. Der Fund kann auch der Polizei gemeldet werden, die weitere Schritte veranlassen wird.

WICHTIG: Ausschließlich tote Wasservögel wie etwa Enten, Gänse, Schwäne, Reiher, Kormorane etc. sind anzeigepflichtig. Im Zweifelsfall sollte jedoch jedenfalls Meldung erstattet werden.

Der Amtstierarzt wird die Bergung des toten Tieres vornehmen bzw. veranlassen und es zur AGES in Mödling bringen, dem nationale Referenzlabor für Geflügelpest.

Die Feuerwehr kann gegebenenfalls vom Amtstierarzt zur Assistenzleitung bei der Bergung verdächtiger toter Tiere angefordert werden.

Allgemeine Verhaltensmaßregeln für Privatpersonen:

Vom Gesundheitsministerium wird derzeit empfohlen, jeglichen Kontakt mit (lebenden) Wasservögeln zu vermeiden und zu Enten, Schwänen etc. einen Sicherheitsabstand zu halten. Vor allem Kinder sollten von diesen Wildtieren fern gehalten werden. Das gleiche gilt für Hunde.

Tote Wasservögel keinesfalls berühren!

Schutzmaßnahmen:

Prinzipiell wird die „Vogelgrippe“ nur von Tier zu Tier übertragen. Eine Ansteckung des Menschen an einem infizierten Tier ist zwar prinzipiell möglich, kommt allerdings nur bei sehr engem Kontakt zwischen Tier und Mansch vor (etwa in Asien, wo menschliche Behausungen und Tierstallungen faktisch identisch sind). Das Influenza-Virus vermehrt sich in den befallenen Tieren in allen Organen und wird mit Schleim und Kot ausgeschieden, wobei der Kot besonders virushaltig ist.

Es ist nach derzeitigen Erkenntnisstand davon auszugehen, dass die Übertragung auf den Manschen nur durch Kontakt mit Geflügel und dessen Ausscheidungen bei mangelnder Hygiene oder durch das Einatmen virushaltiger Staubteilchen stattfindet.

Bei Feuerwehreinsätzen im Zusammenhang mit vogelgrippe-verdächtigen Tieren sind daher als Mindeststandard (Einweg-) Schutzanzüge, Einweg-Schutzhandschuhe, FFP3-Masken und Schutzbrille sowie die Beachtung allgemeiner Hygienevorschriften dringend zu empfehlen.

Wasservögel besonders gefährdet

Eine wichtige Rolle bei der Verbreitung der Vogelgrippe spielt Wassergeflügel, insbesondere Schwäne, Wildenten und Wildgänse. Diese Arten gelten als besonders empfänglich und können das Virus unbemerkt beherbergen und an Artgenossen oder andere Vogelarten weitergeben. Wassergeflügel wird daher, wenn es tot aufgefunden wird, ohne Ausnahme auf Vogelgrippe untersucht. Auch andere Vogelarten können sich unter Umständen infizieren, sind aber sehr viel seltener betroffen, wie Erfahrungen aus den schon lange betroffenen Regionen in Südostasien zeigen.

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