Sept 2012 

Schadstoffzug übt Chemieunfall

Am 21. September 2012 fand eine großangelegte Schadstoffübung im Bezirk Mödling statt. Das Schadensereignis sollte in einer einsatznahen Übung unter Einbeziehung der Behörde (externer Notfallplan) durchgeführt werden.

Übungseinsatzbericht

Aus bisher ungeklärter Ursache traten auf dem Firmengelände eines Industriebetriebs in Guntramsdorf größere Mengen Ammoniak aus. Bei einem Rundgang wurde der Schaden entdeckt und sofort die Feuerwehr alarmiert.

Nur wenige Minuten später wurde die Freiwillige Feuerwehr Guntramsdorf zu dem Schadstoffeinsatz alarmiert. Vorort wurde zu aller erst Rücksprache mit dem bereits anwesenden Standortleiter gehalten. Dieser beschrieb der Feuerwehr alle notwendigen Umstände am Unglücksort um mögliche Gefahren für die Einsatzkräfte zu vermeiden.

Nach kurzer Lageerkundung entschied sich der Einsatzleiter der Feuerwehr den Schadstoffzug Mödling zu alarmieren. Aufgrund der großen Mengen des ausgetretenen Ammoniaks konnte nur mit Schutzanzügen der Schutzstufe 2 und 3 vorgegangen werden.

Zum Schutz der Einsatzkräfte wurde in sicherem Abstand ein Wasservorhang eingerichtet und ein mobiler Wasserwerfer in Stellung gebracht. Damit konnte zumindest die weitere Kontamination der Umgebungsluft eingedämmt werden.

Nach dem Eintreffen des Schadstoffzuges rückte ein erster Trupp mit Schutzanzügen und einer Messsonde direkt zum undichten Behälter vor um an dem Leck die notwendigen Messungen durchführen zu können.

In der Zwischenzeit wurde ein Dekontaminationsplatz errichtet um die Einsatzkräfte die direkt oder indirekt mit dem Schadstoff in Kontakt kamen zu dekontaminieren.

Parallel wurde eine Einsatzleitung in den Betriebsräumlichkeiten der Firma eingerichtet und mit Vertretern aller Einsatz- und Rettungsorganisationen sowie der BH-Mödling und Firmenleitung besetzt. Alle wichtigen Daten wurden hier zusammengefasst und weitere Schritte geplant und besprochen.

Ein weiterer Trupp mit Schutzanzügen und Atemschutz sorgte für die Abdichtung des defekten Behälters. Weitere Trupps wurden eingesetzt um die verbleibenden Mengen Ammoniak in verschließbare Behälter umzupumpen.

Aufgrund der raschen Reaktion des Standortleiters und der effizienten Arbeit der Feuerwehr bestand zu keinen Zeitpunkt Gefahr für Menschenleben oder die Umwelt.

In einer kurzen Pressekonferenz wurde den anwesenden Journalisten Fragen zu dem Szenario beantwortet.

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Als Erkenntnis aus dieser Übung wurde vor allem die richtige Aufstellung zu Beginn des Einsatzes mitgenommen und ein intensiveres Training der Einsatzleitung mit Vertretern der Gemeinde und Bezirkshauptmannschaft.

Insgesamt waren 95 Einsatzkräfte aus dem Bezirk Mödling und Baden an der Übung beteiligt. Die Übungsnachbesprechung fand auf Einladung der Firma beim Heurigen Gausterer in Guntramsdorf statt.

 

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