Jul 2005 

Feuerwehr Mödling leistete effiziente Hilfe

Fünf Tage lang standen Feuerwehrkräfte aus dem Bezirk Mödling im Salzburger Pinzgau im Katastropheneinsatz. Sie leisteten der Bevölkerung in der von einem verheerenden Hochwasser heimgesuchten Gemeinde Mittersil rasche Soforthilfe und unterstützen die örtlichen Einsatzkräfte mit Spezialgeräten.

In den späten Vormittagsstunden des 12. Juli war ein Hilfeersuchen des Landesfeuerwehrkommandos und der Salzburger Landesregierung eingetroffen. Nach kurzer Vorbereitungs- und Verladearbeiten des benötigten Gerätes rückte am Nachmittag eine Einheit des Katastrophenhilfsdienstes der niederösterreichischen Feuerwehren einsatzmäßig in Richtung Mittersil ab.

Aus dem Bezirk Mödling ist das Wechselladerfahrzeug der Feuerwehr Mödling mit dem auf Containerbasis aufgebauten 200 kVA-Stromaggregat ins Katastrophengebiet entsandt worden. Es ist dies der leistungsfähigste Stromerzeuger, der bei den Feuerwehren in NÖ verfügbar ist.

Die weiteren Komponenten der Katastrophenhilfeeinheit: Wechselladerfahrzeug und Mannschaftstransportfahrzeug der Feuerwehr Aspang, Wechselladerfahrzeug und Stromaggregat sowie Lastfahrzeug der Feuerwehr St. Pölten, Stromaggregatanhänger der Landesfeuerwehrschule sowie zehn Hochleistungspumpen, die zwischen 3000 und 5000 Liter pro Minute leisten, acht Unterwasserpumpen (Leistung 1500 l/min) und 8 Stromaggregate 13 kVA.

Sofort nach dem Eintreffen begann man im überfluteten Ortszentrum mit den Pumparbeiten. Mit acht Hochleistungspumpen, die teilweise die aus dem Nachlass des Grubenunglücks von Lassing stammen, wurden pro Minute 56.000 Liter Wasser aus dem Ortskern von Mittersil, der wie ein Auffangbecken wirkte, abgepumpt. Dorthin pumpen die örtlichen Einsatzkräfte auch das mit Tauch- und Schmutzwasserpumpen aus Kellern entfernte Wasser. Von den Hochleistungspumpen im Ortszentrum wurde das Wasser über Schlauchleitungen zurück in die Salzach befördert.

Nach jeweils 24 Stunden Einsatzdienst tauschte die Feuerwehr Mödling die eingesetzte Mannschaft „fliegend“ aus.

Nachdem die großflächigen Pumparbeiten im Ortszentrum erfolgreich abgeschlossen waren, verlegten die Katastrophenhelfer aus Niederösterreich zum „Rückstaubecken Rettenbach“ einige Kilometer westlich von Mittersil. Dieses Becken war komplett geflutet, bei neuerlichen Regenfällen bestand die Gefahr einer Wiederholung der Überschwemmungskatastrophe im Ort.

Parallel zu den großflächigen Pumparbeiten außerhalb von Mittersil waren die Feuerwehrmänner aus Mödling nun auch zur Beseitigung von Individualschäden in der Ortschaft eingesetzt. Keller für Keller wurde ausgepumpt und ausgeräumt, wobei vor allem Heizöl, das aus aufgeschwommenen und leck gewordenen Tanks ausgetreten war, ein großes Problem darstellte.

Schadstoffeinsatz

Auch einen spektakulären Schadstoffeinsatz hatten die Mödlinger Feuerwehrmänner in Mittersil zu bewältigen: In einer Gärtnerei war ein Keller auszuräumen, der mit Spritzmittel, Giften und diversen Chemikalien aus dem Gärtnereibetrieb kontaminiert war. Nachdem bei Feuerwehrleuten, die dort mit Schutzanzügen geringerer Schutzstufe gearbeitet hatten, Hautausschläge aufgetreten waren, wurde auf die höchste Schutzstufe erhöht.

Diese Arbeiten sind aber sehr personalintensiv, weil in den gasdichten Schutzanzügen und unter schwerem Atemschutz nur eine sehr beschränkte Einsatzdauer möglich ist. Auch hier konnte die Feuerwehr Mödling die örtlichen Einsatzkräfte mit zwei Mann erfolgreich unterstützen.

Am Samstag, den 16. Juni ging der Katastropheneinsatz der niederösterreichischen Feuerwehren in Mittersil zu Ende. „Der Bezirk Mödling hat bei diesem Einsatz einmal mehr mit Spezialgerät und hervorragend ausgebildeter Mannschaft effiziente Hilfe leisten können“.

Weitere Information bzw. Fotos unter: FF Mödling

Fotos: BFK Mödling u. Feuerwehr Aspang

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