Sept 2010 

Großeinsatz in Industriebetrieb

Ein Brand in einem Industriebetrieb beschäftigte schon seit Stunden die Freiwillige Feuerwehr Wiener Neudorf. In einer der vielen Hallen brach im Obergeschoß ein Brand aus. Die betroffenen Räume beherbergten die gesamte Technik-Steuerung für das Firmenareal. Durch den Brand waren nicht nur 4 Personen eingeschlossen sondern auch die Steuerungen für Filteranlagen, Entlüftungen und sogar für das Wassernetz ausgefallen. Aufgrunddessen drohte die Filteranlage zu überhitzen. Daher entschied sich die FF Wr. Neudorf die KHD-Bereitschaft 14 zu alarmieren.

So lautete die Übungsannahme für den 1. und 2. Zug bei der großen KHD-Bereitschaftsübung am 04. September 2010. Zugegebenermaßen waren das Übungsszenario und die Rahmenbedingungen etwas übertrieben, aber vielleicht gerade deswegen näher an der Realität im Ernstfall.

Ort für das Übungsszenario war ein Industriebetrieb im Industriezentrum Süd in Wiener Neudorf. Vor allem die Größe des Geländes von ca. 12 Hektar sollte eine bedeutende Erschwernis sein. Zudem stellte die Möglichkeit mit fixen Saugstellen aus dem Erika-Teich zu arbeiten eine weitere Herausforderung dar.

Nach dem Eintreffen des Vorauskommandos und der Einsatzbesprechung mit der örtlichen Feuerwehr wurde schnell klar, dass die Orientierung auf dem riesigen Gelände die größte Schwierigkeit darstellte. Als der Zugskommandant und sein Team die Lage erfasst hatten, wurde eine Einsatzbesprechung mit den Gruppenkommandanten der 12 eingesetzten Fahrzeuge durchgeführt.

Die Befehlsausgabe musste rasch und präzise erfolgen, da die Feuerwehr Wr. Neudorf schon an ihre Grenzen gestoßen war. Zur Wasserversorgung standen nur 4 Saugstellen auf dem Gelände zur Verfügung, die zu kühlenden Filteranlagen befanden sich aber auf der anderen Seite des Areals. Desweiteren mussten so schnell wie möglich 2 Atemschutztrupps gestellt werden um die vermissten Personen in dem Brandobjekt zu suchen. Außerdem sollte das Großtanklöschfahrzeug der FF Wr. Neudorf mit Wasser gespeist werden.

Nachdem die Aufgaben verteilt waren, fuhren die entsprechenden Fahrzeuge die Einsatzstellen an und begannen mit den Aufbauarbeiten. Zuerst wurden die Saugstellen von Tanklöschfahrzeugen besetzt und die Wasserversorgung zum Brandobjekt aufgebaut. Die ersten Atemschutztrupps meldeten sich wenig später beim Einsatzleiter der FF Wr. Neudorf. LM Roman Winter verteilte die Aufgaben an die Atemschutztrupps und gab die bekannten Informationen weiter.

Der erste Atemschutztrupp folgte der bereits gelegten Löschleitung in das Obergeschoß des Gebäudes. Im hinteren Bereich der Halle befand sich ein separater Brandabschnitt in dem die vier Personen vermisst wurden. Nach dem Öffnen der Brandschutztür war für den Atemschutztrupp klar: Sicht quasi null, einzig und allein vorantasten die einzige Möglichkeit sich zu orientieren.

Während die Atemschutztrupps mit Hochdruck nach den Vermissten suchten, mussten die übrigen Einsatzkräfte die Löschleitungen für die Kühlung der Filteranlagen legen. Dazu mussten auf zwei unterschiedlichen Wegen mehrere hundert Meter lange B-Leitungen gelegt werden. Als zusätzliche Herausforderung musste sichergestellt werden, dass der Werksverkehr auf dem Gelände weiterlaufen konnte. Daher wurden alle entsprechenden Stellen mit Schlauchbrücken ausgestattet.

Nach und nach konnten durch systematische Suche die vermissten Personen geborgen werden und die Angriffsleitungen für die Kühlung der Filteranlagen gelegt werden.

Nachdem alle vier Personen gefunden wurden und die Kühlung in vollem Gang war, entspannte sich die Lage und die Übungsziele waren erfüllt. Die letzten beiden Atemschutztrupps hatten dann die Aufgaben noch alle Nebelgeräte abzuschalten und eine Rauchentlüftung zu ermöglichen.

Beeindruckende Bilanz der Übung:

Es wurden 70 B-Druckschläuche verlegt, das sind 1.400 Meter Löschleitung! Weiters wurden 4 Verteiler gesetzt und 4 C-Rohre vorgenommen. Aus den 67 Einsatzkräften wurden 4 ATS-Turpps gebildet. Die Wasserversorgung wurde an 4 Saugstellen mit 11 A-Saugschläuchen bereitgestellt. 7 Paar Schlauchbrücken ermöglichten den reibugnslosen Werksverkehr.

Fazit der Übung:

Von Anfang an war es das Ziel, die Einsatzkräfte unter Stress zu setzen und vor allem in dieser Phase reale Bedingungen zu schaffen. Kurz nach dem Eintreffen der KHD-Einheit war klar, dass dies auch funktionierte. Nach anfänglichen Orientrieungsschwierigkeiten wurden aber alle Aufgaben in sehr guter Zeit geschafft.

Die Übung hatte auf eindrucksvolle Weise den Sinn und Zweck, sowie die Schlagkraft der KHD-Bereitsschaft gezeigt. Die wichtigsten Erkenntnisse wurde vorort noch bearbeitet, Details werden dann im Nachgang analysiert.

Ein großer Dank gilt der Fa. Fundermax und der Fa. Isovolta die das Gelände und Übungsobjekt darstellte, sowie dem Verantwortlichen Brandschutzbeauftragten Ing. Thomas Ivancsich. Die Verbindung zwischen dem Betrieb und der Feuerwehr stellte Norbert Schiffner her. Die Übungsausarbeitung und -vorbereitung übernahm die Freiwillige Feuerwehr Wiener Neudorf unter der Leitung von OBI Walter Wistermayer.

 

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