Apr 2010 

Langwieriger Kaminbrand in Mödling

In den Abendstunden des 15. April bemerkte eine Bewohnerin einer Wohnhausanlage "An der Goldenen Stiege" in Mödling, dass plötzlich Rauch aus den Steckdosen im Badezimmer austrat. Auf den ersten Blick war aber nicht ersichtlich warum es zu der Rauchentwicklung kam. Die Frau verständigte gegen 22 Uhr 30 die Feuerwehr.

Als der Notruf in der Berzirksalarmzentrale einging war noch immer nicht klar was passiert war. Daher alarmierte der Disponent die Freiwillige Feuerwehr Mödling zu einem Zimmerbrand.

Schon kurze Zeit nach der Alarmierung rückten ein Rüstlöschfahrzeug und der Steig Mödling zu dem Einsatz aus. Das Wohnhaus mit insgesamt sechs Wohnungen befindet sich "An Der Goldenen Stiege", durch eine schmale Zufahrtsstrasse erreichbar.

Ein Atemschutztrupp rüstete sich für einen Innenangriff aus. Zu diesem Zeitpunkt war bereits starke Rauchentwicklung am Dach des dreistöckigen Hauses erkennbar. Nachdem der Steig in Stellung gebracht war wurde ein Aussenangriff vorbereitet. Unter Atemschutz wurde ein C-Rohr über den Hubsteiger vorgenommen.

Am Dach des Gebäudes stellte sich heraus, dass es sich um einen Kaminbrand handelte. Ein Atemschutzträger stieg gesichert auf das Dach des Hauses und versuchte einen Zugang zum Brandherd zu legen. Mit einem Trennschleifer wurde das Dach und die Kaminverkleidung geöffnet.

Währenddessen untersuchten weitere Einsatzkräfte die übrigen Wohnungen und evakuierten aus Sicherheitsgründen das gesamte Wohnhaus.

Die Mannschaft der beiden Tanklöschfahrzeuge begann mit der Löschwasserversorgung und rüstete weitere Atemschutztrupps aus.

Erste Löschversuche zeigten kaum Wirkung, daher wurde entschieden die gesamte Kaminkonstruktion über alle drei Stockwerke zu untersuchen und weitere Zugänge zu legen. Begonnen wurde in der Wohnung der Anzeigerin, direkt unter dem Dach. Eine Wand wurde unter Atemschutz aufgebrochen und der Kamin freigelegt. Dabei stellte sich heraus, dass sich der Brand bereits im Kaminschacht nach unten ausgebreitet hatte.

Einsatzleiter ABI Peter Lichtenöcker entschied mit seinem Führungsteam und einem Rauchfangkehrer-Meister auch in den beiden anderen Geschoßen die Wände aufzumachen und den Kaminschacht freizulegen. Die Gefahr einer Brandausbreitung ohne diese Maßnahmen wäre zu hoch gewesen, das gesamte Gebäude ist eine Niedrigenergie-Holzkonstruktion.

Mit einer Motorkettensäge wurden die Wände in den beiden unteren Wohnungen geöffnet. Dabei wurde das gesamte Ausmaß des Brandes sichtbar. Dieser war bereits bis in das Erdgeschoß vorgedrungen und hatte den gesamten Kaminschacht erfasst.

Kurzzeitig war die Befürchtung, dass sich der Brand auch in die Deckenkonstruktion zwischen den beiden oberen Geschoßen ausgebreitet haben könnte. Mit der Wärmebildkamera wurde der Bereich rund um den Kamin untersucht und entschieden auch die Decke zu öffnen um weitere Glutnester ablöschen zu können.

Auf vier Ebenen wurde mit Hochdruck- und C-Strahlrohren der brennende Kamin abgelöscht. Nach etwa drei Stunden aufwändiger Brandbekämpfung konnte Entwarnung gegeben werden. Der Brand war weitgehend eingedämmt und unter Kontrolle. Die Löscharbeiten dauerten aber noch eine weitere Stunde an.

Insgesamt waren während der Löscharbeiten 4 Atemschutztrupps im Einsatz mit einem Gesamtverbrauch von 48 Atemluftflaschen.

Die Brandursachenermittlung ergab den unbestätigten Verdacht auf einen konstruktiven Mangel des Kamins.

Nach vier Stunden im Einsatz konnten ersten Kräfte wieder ins Feuerwehrhaus einrücken. Insgesamt standen 6 Fahrzeuge und 30 Mann im Einsatz

Bildautor: Martin Hofbauer/BFK Mödling

 

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