Okt 2018 

Wienerwald

In jährlichen Intervallen finden im Unterabschnitt 4 Mödling-Wienerwald gemeinsame Übungen der drei eingeteilten Feuerwehren statt. Im Jahr 2016 durchgeführt am Betriebsgelände der EVN AG in Maria Enzersdorf, im Vorjahr in einem industriellen Fertigungsbetrieb im Gewerbegebiet der Marktgemeinde Brunn am Gebirge, wurde die heurige Übung am 19. Oktober 2018 beim Feuerwehrhaus Gießhübl angesetzt.

 

Die Geschichte, die Annahme:

Es herrscht ausgelassene Stimmung beim Feuerwehrfest in der Gemeinde Gießhübl. Diese alljährliche Veranstaltung der Freiwilligen Feuerwehr Gießhübl ist weit über die Grenzen des Bezirkes Mödling hinaus bekannt und stets gut besucht. So auch am bereits zweiten Tag des heurigen Festes in der Waldgasse. Die Liveband spielt die größten Partyhits und animiert die auf den Bierbänken stehenden zahlreichen Gäste zum lautstarken Mitsingen in der umfunktionierten Fahrzeughalle. Das Fest endet in Kürze und die Feierlaune hat aktuell den Höhepunkt erreicht.

Plötzlich vernimmt man Unruhe im abgetrennten Kochbereich des Veranstaltungsgeländes. Aufgrund eines technischen Defekts ist ein Brand ausgebrochen, welcher rasch an Intensität gewinnt. Das Küchenteam, allesamt Mitglieder bzw. Freunde der Feuerwehr, versucht rasch, mit den vorbildlich vorhandenen Kleinlöschgeräten, den Entstehungsbrand einzudämmen und zu ersticken. Zeitgleich rüstet sich die eingeteilte Einsatzmannschaft mit der persönlichen Schutzausrüstung aus und begibt sich zu den in der Nähe abgestellten Feuerwehrfahrzeugen, um erweiterte Löschausrüstung zur Brandstelle zu bringen. Auch wenn die Brandausbreitung verlangsamt werden konnte, bleibt den in der Küche mit den Löscharbeiten beschäftigten Personen nur noch die Flucht in die Festhalle. Obwohl zwischenzeitlich die Evakuierung der Halle eingeleitet wurde, verloren einige Gäste, aufgrund der aufkeimenden Panik in Zusammenhang mit dem dichter werdenden Rauch, die Orientierung und können das Gebäude nicht mehr selbstständig verlassen. Durch die ansteigenden Temperaturen und den giftigen Brandgasen besteht nun höchste Lebensgefahr.

 

Die Brandmeldezentrale des Feuerwehrhauses hat im Verlauf des Ereignisses den Brand erkannt und ordnungsgemäß ausgelöst. Zusätzlich wurde die Bezirksalarmzentrale per Funk von den lokalen Einsatzkräften über die Vorkommnisse informiert und zur Alarmierung der Nachbarfeuerwehren Brunn am Gebirge und Maria Enzersdorf veranlasst. Trotz der großen Arbeitslast für die Disponenten wird die Rettungskette voll in Gang gesetzt und neben der Feuerwehr auch der im Alarmbild enthaltene Rettungsdient sowie die Polizei automatisch alarmiert.

Die außer Kontrolle geratene Panik, sorgt auch auf den umliegenden Ausfahrtsstraßen für erhebliches Chaos, wodurch zahlreiche Unfälle geschehen. Zudem sind vorbeifahrende Lenker durch das mittlerweile weit sichtbare Flammenbild abgelenkt. Bei einer dieser Kollisionen handelt es sich um einen folgenschweren Zusammenstoß, wobei alle Insassen unbestimmten Grades verletzt werden. Ein weiterer Lenker kann den Unfallfahrzeugen in letzter Sekunde ausweichen, fährt mit seinem Wagen jedoch auf die angrenzende Böschung auf, kippt dort auf die Seite um und kann sich selbst nicht mehr aus dem Pkw befreien.

 

Die Durchführung, der Einsatz:

Mehrere Fahrzeuge des Rettungsdienstes waren binnen kürzester Zeit vor Ort und die Teams starteten mit der Erstversorgung jener Personen, die sich bei der Räumung des Geländes verletzt haben und bereits am Straßenrand sowie auf den Wiesen zum Liegen kamen.

Die angeforderten Kräfte der FF Maria Enzersdorf sowie der FF Brunn am Gebirge trafen rasch am Einsatzort ein und erhielten die jeweiligen Aufgaben bei der eingerichteten Einsatzleitung der FF Gießhübl. Anschließend wurden unverzüglich die nötigen Maßnahmen getroffen, um eine weitere Ausbreitung der Schadenslage zu verhindern und eine schnellstmögliche Personenrettung einzuleiten.

 

Gegliedert in mehrere Einsatzabschnitte, wurden die Bereiche

  •  „Menschenrettung aus Gebäude“
  •  „Brandbekämpfung in der Festhalle“
  •  „Schutz des angrenzenden Waldes vor einer Brandausbreitung“
  •  „Herstellung der ausreichenden Löschwasserversorgung“
  •  „Verkehrsunfall mit Menschenrettung“

abgedeckt und gemeinsam, durch die gemischten Mannschaften aller drei Feuerwehren, abgearbeitet.

 

Einige Funktionäre aus dem Bezirk, an der Spitze Unterabschnittsfeuerwehrkommandant Hauptbrandinspektor Christian Mayerhofer (FF Gießhübl), überzeugten sich vor Ort von der guten Zusammenarbeit und der massiven Schlagkraft der eingesetzten, ehrenamtlichen Mitglieder, bevor die heurige Übung für den Unterabschnitt 4 Mödling-Wienerwald im Feuerwehrhaus Gießhübl nachbesprochen und bei einer gemeinsamen Jause abgeschlossen wurde.

Bildautor: Florian Zeilinger

 

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