Sept 2016 

Feuerwehrjugendgruppe bekommt realistischen Einblick in den Einsatzalltag

Um den Mitgliedern der Feuerwehrjugend (FJ) einen Einblick in das Leben eines aktiven Feuerwehrmitglieds zu geben, wurde letztes am Wochenende ein äußerst intensiver 24 Stunden Feuerwehrtag veranstaltet.

Zu diesem Zweck wurden durch die aktiven Mitglieder, allen voran durch die FJ-Betreuerin VM Stefanie HAGENAUER, Schulungen und Einsatzübungen vorbereitet, welche die Mitglieder der FJ unter Beratung und Betreuung von aktiven Mitglieder zu absolvieren hatten.

Gemeinsam mit der FJ Laxenburg trafen die Mitglieder der FJ Biedermannsdorf um 13:00 Uhr im Feuerwehrhaus Biedermannsdorf ein. Die Mannschaft wurde über den Ablauf der nächsten 24 Stunden informiert und danach wurde ihnen mittels Schulung im Lehrsaal der Ablauf eines Einsatzes, die Ausrückeordnung, die Hierarchie am Einsatzort sowie die Gefahren an diversen Einsatzstellen näher gebracht.

Da in der Realität Einsätze auch nicht vorhersehbar sind, wurde die Schulung dann durch den ersten (gestellten) Einsatz unterbrochen. Dieser wurde mittels Pager und Hausalarm alarmiert und sogleich mussten sich die FJ-Mitglieder in der Fahrzeughalle treffen um in weiterer Folge im Zugsverband zu der alarmierten Einsatzörtlichkeit auszurücken.

Bei dem ersten gestellten Einsatz handelte es sich um eine PKW-Bergung, bei dem die FJ-Mitglieder ihr bereits im Vorfeld bei den Jugendstunden (immer Montags 18-20 Uhr) erlerntes Wissen praktisch umsetzen mussten, und so den PKW mit den ihnen zur Verfügung stehenden technischen Mittel bargen.

Nach dem Einsatz erlernten die FJ-Mitglieder wie man eine verschlossene Türe oder ein Fenster bei Gefahr in Verzug schnellstmöglich mit möglichst wenig Beschädigung öffnen kann.

Wiederum wurde die Schulung durch einen gestellten Einsatz, diesmal ein Brandeinsatz, unterbrochen. Sogleich wurde die Einsatzörtlichkeit angefahren und die FJ-Mitglieder konnten den Brand unmittelbar danach mit einen C-Rohr löschen.

Nach getaner Arbeit stellte der Versorgungsdienst unter der Leitung von EV Thomas VALENTA ein schmackhaftes Abendessen, welches die hungrigen „Kämpfer“ dankend annehmen.

Unmittelbar nach dem Abendessen schrillten erneut die Pager und der Hausalarm. Das Alarmstichwort hieß, „Technischer Einsatz – Person in Notlage, Person unter PKW eingeklemmt“.

Die FJ-Mitglieder eilten erneut gemäß Ausrückeordnung zum Einsatzgeschehen. Nach Ausleuchtung der Einsatzstelle, konnte die Person durch die FJ-Mitglieder rasch mittels Hebekissen unter dem PKW hervor geholt und dem fiktiv anwesenden Rettungsdienst übergeben werden.

Nach einer erfrischenden Dusche kehrte die vermeintliche Nachtruhe ein und die Mannschaft ging im Feuerwehrhaus auf den gestellten Bereitschaftsbetten liegen.

Kurz nach Mitternacht schrillten erneut die Alarmglocken. Diesmal das Alarmbild „Brandeinsatz - TUS-Alarm“. Wie Profis sprangen die Mitglieder aus den Betten, besetzten die Fahrzeuge und fuhren zu der alarmierten Brandmelderauslösung. Am Einsatzort musste anhand der Brandschutzpläne der auslösende Melder gefunden und nach dessen Auffindung die erleichternden Worte „Fehlauslösung“ der Mannschaft mitgeteilt werden.

Nach dem Ereignis ging die mittlerweile doch schon sehr müde wirkende junge Mannschaft wiederum in ihre Bereitschaftsbetten um ihren wohlverdienten Schlaf einzunehmen.

„Technischer Einsatz – Katze auf Baum“ hieß die nächste Alarmierung am frühen Sonttagmorgen um 06:27 Uhr. Die ohnehin teilweise bereits muntere Mannschaft, eilte aus ihren Betten und besetzten die Fahrzeuge um dem in Not geratenem Tier unverzüglich Hilfe zu leisten.

Nach der getanen Arbeit und Körperhygiene wurde durch den Versorgungsdienst ein leckeres Frühstück gestellt um die Mannschaft für die nächsten zwei anstehenden großen Einsätze bei Kräften zu halten.

Am Vormittag dann erneut eine Ausrückung. Der Einsatzgrund war ein Verkehrsunfall mit zwei eingeklemmten Personen. Nach Absperrung der Verkehrsfläche, Aufbau des Brandschutzes und der Sicherung des Fahrzeuges gegen Abrollen, wurde mittels hydraulischen Rettungsgerät die Menschenrettung begonnen. Wie alt gediente Profis wurde durch die junge Mannschaft der PKW in die erforderliche Form gedrückt und geschnitten um die verletzte Person aus dem Fahrzeug zu befreien.

Während dieser Einsatzübung, wurde die Feuerwehr Biedermannsdorf zu einem realen Einsatz mittels Pager und Sirene alarmiert.

Einsatzgrund: „Brandverdacht – Flurbrand, Rauch sichtbar“

Mit Hilfe der FJ wurden die notwendigen Gerätschaften der Übung in Windeseile im Einsatzfahrzeug versorgt, die FJ zurück in das Feuerwehrhaus überstellt und die Fahrzeuge mit der Aktivmannschaft besetzt um den Brandeinsatz abzuarbeiten. Am Einsatzort eingetroffen, konnte jedoch Entwarnung gegeben werden, denn es handelte sich um einen Fehlalarm, welcher vermutlich durch Staubbildung bei Ackerarbeiten ausgelöst wurde. Nach dieser Entwarnung rückte die Aktiv-Mannschaft wieder in das Feuerwehrhaus ein und der FJ-Tag wurde fortgeführt.

Nach Versorgung der Gerätschaften schrillte für die FJ-Mitglieder zum letzten Mal der Pager und der Hausalarm. Die neuerliche Alarmierung lautete „Brandeinsatz – Wohnungsbrand“.

Fast schon routiniert begaben sich die FJ-Mitglieder zu dem Einsatz, wo durch den Einsatzleiter eine Brandbestätigung festgestellt wurde. Der Angriffsbefehl wurde durch die FJ-Mitglieder umgesetzt und diese begaben sich mit schweren Atemschutz und einem C-Rohr in das mit Übungsrauch vernebelte Objekt um den vermeintlichen Brandherd zu löschen. Im Außenbereich wurde alles für einen Außenangriff aufgebaut um eine mögliche fiktive Brandausbreitung hintanzuhalten.

 

Nach Auffindung und Bekämpfung des Brandherdes rückte die Mannschaft wiederum in das Feuerwehrhaus ein, wo die Gerätschaften sowie die Einsatzfahrzeuge durch die FJ zum letzten Mal versorgt wurden.

 

Hungrig nahm die Mannschaft das hervorragende Mittagessen ein und es wurden die letzten erlebten 24 Stunden und die damit verbundenen Erkenntnissen mit allen teilnehmenden Mitgliedern besprochen.

 

Sicher ist, dass allen die letzten 24 Stunden unglaublich viel Spaß gemacht haben. Überdies ist auch gewiss, dass diese Stunden die Kameradschaft zwischen Jung und Alt, FJ-Laxenburg und FJ-Biedermannsdorf massiv gestärkt, gefördert und eine tolle Basis im Unterabschnitt für zukünftige Tätigkeiten geschaffen haben.

 

Text und Fotos: FF Biedermannsdorf

 

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