Sept 2015 

Alle vier KHD-Züge übten für den Ernstfall

Die jährliche Katastrophenhilfsdienst (KHD) -Übung des Bezirkes Mödling fand am 5. September 2015 an drei verschiedenen Standorten statt. Treffpunkt war für alle TeilnehmerInnen der Parkplatz vom Bundessportzentrum Südstadt. Nach einer kurzen Begrüßung durch BFKDT LFR Ing. Richard Feischl gab die Versorgung 14 ein kleines Frühstück aus. Nachdem die einzelnen KHD-Zugskommandanten durch Bereitschaftskommandant HBI Kurt Raitmar eingewiesen wurden, erfolgte der Abmarsch zu den jeweiligen Stationen.

 

1. KHD-Zug: Weikersdorf am Steinfelde - Waldbrand

Die örtliche Feuerwehr Weikersdorf am Steinfelde (Bezirk Wiener Neustadt) steht seit mehreren Tagen bei einem Waldbrand im Einsatz. Durch einen Wipfelüberschlag stehen mehrere Hektar Wald entlang des Freiheitsweges in Vollbrand. Das GTLF Brunn am Gebirge wurde am Weg in Stellung gebracht. Von dort aus, wurde mittels einer Motorkettensäge der FF Kaltenleutgeben, eine Schneise geschnitten um eine Löschleitung in das betroffene Waldgebiet legen zu können. Über die TLF Gießhübl und Kaltenleutgeben wurde ein Pendelverkehr eingerichtet. Um den Waldbrand effizient bekämpfen zu können, wurde die Mannschaft in der sogennanten Riegelstellung positioniert. Hier wird nach jedem zweiten B-Schlauch ein Verteiler gesetzt und zwei C-Strahlrohre in Stellung gebracht. Dies hat den Vorteil, dass je eine Fläche von rund 30m mit Löschwasser in beide Himmelsrichtungen abgedeckt werden kann. Zusätzlich wurde noch die Tragkraftspritze Gumpoldskirchen eingebaut.

Herbert Wimmer/Pressestelle BFK-Mödling

2. und 4. KHD-Zug: Tritolwerk - Erdbeben

Zahlreiche Schadensstellen nach einem Elementarereignis mussten vom 2. und 4. Mödlinger KHD Zug am ABC- und Katastrophenhilfeübungsplatz "Tritolwerk" nahe Theresienfeld, Bezirk Wiener Neustadt abgearbeitet werden.

 

Das rund 36 Hektar große Areal bot den Einsatzkräften der Feuerwehr und des Roten Kreuzes optimale Möglichkeiten für eine realistische Übung nach einem fiktiven Erdbeben. Vorweg ein großer Dank an alle Übungsdarsteller, Beobachter, Übungsgestalter sowie dem Bundesministerium für Landesverteidigung für die Benutzung des Geländes.

 

Im Zuge dieser Übung musste der 2. KHD Zug folgende gestellte Einsatzsituationen meistern:

  • Brandbekämpfung unter umluftunabhängigem Atemschutz
  • Rettung zahlreicher verletzter Personen aus einem umgestürzten Autobus
  • Rettung einer abgestürzten Person aus einer rund 15 Meter tiefen Zisterne
  • Bergung des umgestürzten Reisebus mittels Seilwinde

 

Bei der Rettung der abgestürzten Person wurden die Einsatzkräfte durch zwei Mitglieder der Höhenrettungsgruppe Wiener Neudorf unterstützt.

 

Parallel dazu wurde der 4. KHD Zug beim Einsturz zweier Mehrparteienhäuser gefordert. Gemeinsam mit der der Suchhundestaffel des Roten Kreuz Purkersdorf, der Sprenggruppe des Bezirkes Mödling sowie der technischen Ortungsgruppe des Niederösterreichischen Landesfeuerwehrverbandes mussten zwei große Trümmerkegel nach einer unbekannten Anzahl an Verschütteten abgesucht werden.

 

Wie auch im Ernstfall konnte durch den Einsatz der KHD Bereitschaft mit Unterstützung der anwesenden Sondereinheiten des Roten Kreuzes und der Feuerwehr alle vermissten und teilweise verschüttete Personen rasch gefunden, medizinisch versorgt und gerettet werden. Im Anschluss an die Übung wurden beide KHD Züge sowie der 1. Zug vorort durch die Versorungseinheit der 14. KHD Bereitschaft verköstigt.

 

Bezirksfeuerwehrkommandant Landesfeuerwehrrat Ing. Richard Feischl überzeugte sich persönlich von der Leistung seiner KHD Züge im Bezirk Wiener Neustadt und lobte dabei die hohe Schlagkraft und perfekte Zusammenarbeit mit den anderen Blaulichtorganisationen.

Lukas Derktis/Pressestelle BFK-Mödling


 

3. KHD-Zug: Sittendorf - Waldbrand

In der Gemeinde Wienerwald wurde in Sittendorf ein Waldbrand am Eichkogl als Szenario für die KHD-Übung ausgewählt. Das Einsatzgebiet befand sich direkt neben der Autobahn A21, etwas abgelegen vom Ort selbst und damit der Wasserversorgung aus dem Hydrantennetz. Daher musste aus Hochwasserschutzbecken des Mödlinger Wildbaches angesaugt werden und eine ca. 1.000 Meter lange Versorgungsleitung bis zum angenommenen Brand gelegt werden. Neben der größen Distanz galt es auch den Höhenunterschied zu überwinden.

Angesaugt wurde mittel Tragkraftspritze von der FF Weissenbach. Über zwei Relaispumpen von der FF Achau und FF Perchtoldsdorf wurde schließlich das Tanklöschfahrzeug Laxenburg gespeist. Die übrigen Kräfte unterstützten das Auslegen der Versorgungsleitung und übernahmen die Schlauchaufsicht. Nach rund einer Stunde konnte bereits "Wasser marsch" an den Angriffsleitungen gegeben werden. Anschließend wurde eine konstante Wasserversorgung sichergestellt und damit das Übungsziel erreicht. Davon überzeugte sich auch der Bezirksfeuerwehrkommandant- Stellvertreter BR Christian Giwiser persönlich an der Einsatzstelle.

Übungen wie diese zeigen, dass die Möglichkeiten und Schlagkraft der Freiwilligen Feuerwehren auch mit derartigen Herausforderung rasch zurechtkommen. Dabei wurde die volle Leistung der Pumpen noch nicht ausgeschöpft und lässt daher für den Ernstfall noch genügend Potenzial um noch größere Wassermengen über größere Entfernungen rasch und zuverlässig fördern zu können.

Martin Hofbauer/Pressestelle BFK-Mödling

KHD-Kommandozug: BAZ-Mödling

Der KHD-Kommandozug bezog unter der Leitung von FT Ing. Manfred Haslinger in der BAZ Mödling Stellung und leitete von dort aus das Geschehen. Insgesamt waren 37 Fahrzeuge mit 161 Mitgliedern im Einsatz. Nach rund drei Stunden waren alle Übungsszenarien erfolgreich abgearbeitet.

 

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